„Auch mit Schiri habt ihr keine Chance!“

Diese Gesänge und auch noch andere, waren während und nach dem Spiel am Samstag gegen den "Winterkönig" SK Rapid Wien in Salzburg zu hören....
SOCCER - BL, RBS vs Rapid
„Auch mit Schiri habt ihr keine Chance!“
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Diese Gesänge und auch noch andere, waren während und nach dem Spiel am Samstag gegen den „Winterkönig“ SK Rapid Wien in Salzburg zu hören. Ein Spiel, bei dem wirklich jedem etwas geboten wurde – nur den 2.000 angereisten Rapid-Fans in der Nord nicht. Doch der Reihe nach.

Das Spiel um die Tabellenführung begann mit einem „Zuckerl“ für die Damenwelt, die am Samstag auf Grund des „Ladies Days“ in der Red Bull Arena freien Eintritt hatten.  Chartstürmer Michel Teló „heizte“ vor Spielbeginn mit seinem Hit „Ai Se Eu Te Pego!“ die Stimmung in der Arena ein – die Frauenwelt lag ihm zu Füßen. Der Männerwelt war’s erwartungsgemäß „relativ egal“, den Rapid-Fans sowieso, die immer wieder versuchten, den Auftritt von Teló mit Pfiffen zu stören. Aber um 18.30 Uhr konzentrierte man sich dann wieder auf das Ereignis, das im Mittelpunkt stand: FC Red Bull Salzburg gegen SK Rapid Wien – Spitzenspiel der Runde um die Tabellenführung.

Salzburg spielte mit folgenden Spielern:

Walke
Schwegler, Sekagya, Lindgren, Ulmer
Mendes, Cristiano
Teigl, Leonardo, Jantscher
Soriano

Also nur eine kleine Umstellung nach dem Spiel gegen Innsbruck – Schwegler rückte statt dem angeschlagenen Schiemer in die Startelf. Und das Spiel begann auch gleich mit einer Riesenchance für Cristiano, der nach wenigen Sekunden nach einen Zuspiel von Soriano den Ball am Tor vorbeiknallte. Starker Auftakt in Salzburg!

Mendes verwandelte in der 32. Minute zum 1:0 (c) GEPA Pictures

Die ersten 30 Minuten waren von gegenseitigem Schlagabtausch geprägt. Rapid war durchaus bemüht, zwingende Chancen fand man kaum vor. Aber auch auf der Seite der Salzburger wollte das berühmte „Runde“ nicht in das ebenso berühmte „Eckige“. Es gab wohl Chancen, aber es haperte entweder im Abschluss oder man lief auf den Gegner auf. Zumindest 30 Minuten lang, denn dann gab’s Elfmeter für die Hausherren. Teigl geht rechts durch, will flanken und Heikkinen wehrt den Ball im Strafraum mit der Hand ab. Klarer Elfer, auch wenn Rapid-Coach Schöttel das nicht so gesehen haben wollte. Es war der Langzeitverletzte Mendes da Silva, der die Verantwortung übernahm und den Ball knallhart zum 1:0 in den Maschen versenkte. Jubelstimmung in der Arena! Übrigens das erste Heimtor in der Frühjahrssaison 2012!

 Danach wurde das Spiel durchaus hitziger – ebenso auf der Trainerbank. In der 42. Minute wird Soriano im Strafraum geblockt und Rapid kontert. Sekagya, der wieder stark aufspielte, trennt den heranstürmenden Nuhiu regelkonform vom Ball – die „Grünen“ aus Wien sahen hier Elfmeter, aber Eisner’s Pfeiffe blieb richtigerweise stumm. Eine der wenigen richtigen 
Entscheidungen – neben dem Elfmeter – des Schiedsrichters während der 90 Minuten.

Mit dem 1:0 und sicht- bzw. hörbarer Erleichterung auf den Rängen ging’s in die Pause. 

Unverändert kamen beide Mannschaften aus den Kabinen – weiter ging’s mit Anstoß der Hausherren. In der 49. Minute durfte dann auf wieder einmal der hervorragend agierende Alexander Walke den Ball in Händen halten. Burgstaller zieht an Ulmer vorbei und drückt aus spitzem Winkel ab – kein Problem für den Deutschen im Tor der Salzburger. In der 55. Minute durfte dann Leonardo – immer wieder „primäres Zielobjekt“ von unfairen Attacken der Wiener – zeigen was er kann. Schwegler flankt über die gesamte Wiener Abwehr und Leonardo zieht volley ab – der Ball verfehlt nur knapp das Kreuzeck!

In den kommenden 15 Minuten sind die Salzburger zwar am Drücker, konnten aber lediglich Chancen kreieren. Rapid gelang zwar auch der eine oder andere Vorstoß, die aber allesamt im Keim – entweder von der Salzburger Verteidigung oder von Schlußmann Walke – erstickt wurden. Zumindest bis zur 74. Minute. Abermals ein Foul an einem Salzburger – Eisner’s Pfeiffe bleibt – zum laut hörbaren Unmut der Zuseher – wieder stumm. Eisner lässt weiter spielen und pfeifft statt dessen ein Nicht-Foul an Rapid ein paar Meter danach. Hofmann schießt und der Ball geht an Freund und Fein vorbei ins Salzburger Tor. Da hat jedermann geschlafen. Nur mehr 1:1 und das zu Beginn der „Rapid-Viertelstunde“!

„Nix war’s“ mit der Rapid-Viertelstunde, denn es waren die Salzburger, die – sehr zur Freude der Fans – nicht aufsteckten! In der 76. Minute war es Sekagya, der nach einer Cristiano-Ecke, den Ball über das Tor köpfelte. Die 78. Minute brachte wieder eine Verletzung mit sich – Ulmer muss angeschlagen vom Platz – Martin Hinteregger kommt statt ihm. Moniz setzt alles auf eine Karte und bringt in der 84. Minute Maierhofer statt dem jungen Teigl. Und es war eben Maierhofer, der wenig später für die Führung hätte sorgen können. Rapid Goalie wehrt einen Kopfball des „Majors“ auf der Linie ab – das wäre es gewesen!

Im Gegenzug ist es abermals Walke, der die Salzburger vor der Niederlage bewahrt. Gartler stürmt alleine auf Walke zu und wieder hat ihn der Deutsche sicher! Walke schlägt den Ball weit ab, Cristiano verlängert den Ausschuss auf Jantscher und „JJ“ knallt sen Ball unhaltbar an Königshofer vorbei! Die Arena gleicht einem Tollhaus! 2:1 für die Hausherren! 

Eine Minute vor Ende der offiziellen Spielzeit gibt es abermals Tumulte und wieder war es Eisner, der mit der x-ten fragwürdigen Entscheidung dafür sorgte. Leonardo wird von Burgstaller böswillig von hinten gefoult und muss mit der Bahre abtransportiert werden. Eisner schickt Burgstaller aber lediglich mit Gelb-Rot vom Feld! Unfassbar! Die Unmutsäußerungen über das schwache Schiedsrichtertrio waren laut in der Arena hörbar!

In der Nachspielzeit ist es der unglückliche Heikkinen, der ja schon den Elfmeter verursacht hatte – der den Endstand fixierte: Jantscher passt auf Leitgeb, der schiebt den Ball flach in Richtung Fünfer und Heikkinen befördert den Ball ins eigene Tor. 3:1 für die Mozartstädter! Dabei blieb es dann letztendlich auch und die Fans hatten wieder etwas zu feiern! Red Bull Salzburg ist wieder Tabellenführer – punktegleich mit Rapid und Austria Wien:

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Endlich gab es für Mannschaft und Fans wieder etwas zu feiern (c) GEPA Pictures

Stimmen nach dem Spiel:
Ricardo Moniz: „Es war ein glücklicher, aber auch verdienter Sieg. Wir haben heute nicht so viele Chancen kreiert wie zuletzt in Innsbruck. Deshalb bin ich auch froh, dass es am Ende noch geklappt hat. Schön war auch, wieder vor einer tollen Kulisse zu spielen. Jetzt müssen wir in Kapfenberg nachsetzen, denn sonst fängt alles wieder von vorne an. Ich hoffe, dass die Verletzungen von Ulmer und Leonardo nicht zu schlimm sind.“

David Mendes: „Der Sieg ist ganz sicher verdient, denn wir haben heute gut gespielt. Ich habe mich vor dem Elfer gut gefühlt und deshalb die Verantwortung übernommen. Jetzt haben wir wieder alles selbst in der Hand. Und die Qualität dafür besitzen wir.“

Alex Walke: „Dieser Sieg ist sehr wichtig für uns – für alle Beteiligten, auch für die Fans. Ich glaube, dass wir uns diese drei Punkte heute auch verdient haben. Dieser Sieg sollte uns viel Auftrieb geben.“

Und in Anlehnung an des Nr. 1 Hit von Michel Teló sangen die Fans danach: „Nossa! Nossa! Rapid reart Rotz und Wossa!“ 

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FC Red Bull Salzburg
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
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