Europäische Nächte

Der Europacup-Herbst im Rückspiegel. Salzburg12 zeigt nochmals alle Höhepunkte und Momente dieser spannenden Europa-League-Gruppenphase auf....
Europäische Nächte
Bitte bewerte diesen Beitrag

© GEPA / Thomas Bachun

Nun ist es also rum, das Jahr 2011. Die Weihnachtskekse sind verspeist, das Jahr 2012 wirft bereits seine Schatten voraus. Doch auch geschehenes vermag noch immer zu Begeistern. Salzburg12 wirft einen Blick zurück. Auf einen europäischen Herbst, der seinen Höhepunkt in einem 1000-Gulden-Schuss erfuhr und in einem spannenden Finale endete.

Nachdem es im Frühjahr knapp nicht zum Meistertitel reichte, galt die Konzentration in der neuen Saison vor allem der Qualifikation für die Europa League und dem Meistertitel in der Bundesliga.

Liepajas als Jausengegner
Die UEFA Europa League startete im Juli mit der zweiten Qualifikationsrunde. Als Gegner stellte sich Metalurgs Liepajas aus Lettland in den Weg. Das Hinspiel bestritten die „Bullen“ im Baltikum. Ein lupenreiner Hattrick von Alan in Hälfte eins stellte die Weichen schnell auf weiterkommen, nach der Pause trafen die Gastgeber zum 1:3. Zumindest die Chance auf einen Anschlusstreffer waren ebenfalls da. Doch Simon Cziommer beendete jegliche aufkommende Diskussion, wer in die nächste Runde einziehen sollte, mit dem 4:1 in Minute 90. Da ist das torlose Remis beim Rückspiel nur eine Randnotiz.

Senica fordert „Bullen“ nur im Hinspiel
Gegner der dritten Qualifikationsrunde war der FK Senica aus der Slowakei. Die erstmals im Europacup startenden „Nachbarn“ waren beim Hinspiel in der Red-Bull-Arena von Beginn an nur auf ein 0:0 aus, bis weit in die zweite Hälfte sah es in einem einseitigen Spiel auch danach aus. Die Gäste standen gut, Salzburg rannte an, blieb aber meist zwischen den slowakischen Viererketten hängen. Ein Genieblitz von Leonardo bescherte Salzburg dann doch noch den Heimsieg, als der Brasilianer zu einem sehenswerten Sololauf ansetzte, an insgesamt fünf Senica-Verteidigern vorbeimarschierte und den Ball am herausstürmenden Goalie hinweg ins Tor beförderte. Im Rückspiel hatte Salzburg mit dem Gegner, der aufgrund des Rückstandes nun selbst zum Handeln gezwungen war, mehr Räume für das Konterspiel, welche auch perfekt ausgenutzt wurden. Leonardo mit einem Heber und Alan mit einem Doppelpack machen die Tore beim ungefährdeten 3:0-Auswärtserfolg.

Der Virus von Nikosia

Hinteregger jubelt nach seinem Goldtor, © GEPA / Felix Roittner

Nach zwei klaren Duellen kam es im Play-Off, der letzten Hürde vor der Gruppenphase, zum Duell mit einem alten Bekannten: Omonia Nikosia. Die Zyprioten hatte man im Jahr zuvor in der Champions-League-Quali mit dem Gesamtscore von 5:1 eliminiert, heuer war es bedeutend knapper. Vor allem, weil man im Hinspiel nach dem Führungstor durch Alan in Minute zwei das Ergebnis nicht halten konnte. Eine gewisse Mitschuld hatte definitiv die mysteriöse Virusgrippe, die sowohl dem Team als auch mitgereisten Journalisten auf Zypern heftig zu schaffen machte. Simon Cziommer musste beispielsweise schon nach knapp 20 Minuten ausgewechselt werden, Rasmus Lindgren übergab sich noch während des Spiels. Das Hinspiel ging schließlich mit 1:2 verloren.

Also musste im Rückspiel unbedingt ein Sieg her. Omonia trat in der Red-Bull-Arena äußerst defensiv auf, war nur auf zerstören des Spiels aus. Martin Hinteregger avancierte schließlich zum umjubelten Held, als er kurz nach der Pause über das halbe Feld spatzieren durfte und vom linken Strafraumeck das goldene 1:0 für Salzburg erzielte. Dass der Ball haltbar war, berührte in Salzburg wahrlich niemanden, der dritte Einzug in die Europa League in Folge wurde in der Mozartstadt ausgiebig gefeiert.

Die Auslosung ergab eine attraktive, wenngleich auch sehr schwierige Gruppe. Paris Saint-Germain, Athlétic Bilbao aus Spanien und der slowakische Meister, Slovan Bratislava, stellten sich Salzburg in der Gruppe F in den Weg.

Eröffnung in der Stadt der Liebe
Im Eröffnungsspiel der Gruppe musste man gleich in den Prinzenpark in die französische Hauptstadt. Dort hielt man eine halbe Stunde lang gut mit, es war nicht zu erkennen, welcher der beiden Teams seinen Kader um knapp 80 Millionen im Sommer verstärkt hatte. Leonardo hatte sogar die Möglichkeit, Salzburg mit einem Distanzschuss in Führung zu bringen. Ein verunglückter Einwurf am Pariser Strafraum gab den Gastgebern die Möglichkeit zum Konter, welcher erst mittels Foul im eigenen Strafraum gestoppt werden konnte. Der gefoulte Nene trat zum fälligen Elfmeter auch gleich selbst an und verwandelte zum 1:0. Kurz vor der Pause konnte Bodmer mit einem schönen Distanzschuss auf 2:0 erhöhen, ehe das 3:0 von Menez in der zweiten Hälfte die Entscheidung brachte. Ibrahim Sekagya gelang per Kopf kurz vor Schluss noch der Ehrentreffer. Ein Ehrentreffer, der sich zweieinhalb Monate später noch als elementar wichtig erweisen sollte.

Klarer Heimerfolg nach Startschwierigkeiten
Das erste Heimspiel der Gruppe F hatte man am zweiten Spieltag gegen Slovan Bratislava. Die von Vladimir Weiss trainierten Gäste hielten lange ein 0:0, ehe Leonardo nach einer Stunde den Torreigen eröffnete. Per Kopf erzielte der als Stürmer aufgebotene Brasilianer das 1:0, Gonzalo Zarate erhöhte aus spitzem Winkel auf 2:0. Den Schlusspunkt setzte der Slowake im Dress der Salzburger, Dusan Svento, mit einem schönen Volley-Tor in der 95. Minute.

Den Sieg vor Augen

Trafen gegen Bilbao: Wallner und Leonardo, © GEPA / Felix Roittner

Das Auswärtsspiel in Bilbao wird als äußerst kurios in Erinnerung bleiben. Salzburg spielte mit den zuvor in der Gruppe zweimal siegreichen Basken von Beginn an mit und ging durch Wallner und Leonardo sogar mit 2:0 in Führung. Vor allem das 2:0, welches der Brasilianer nach einem Doppelpass mit Roman Wallner erzielte, vermochte zu gefallen. Nach der Pause kontrollierte Salzburg die Partie, die Hausherren fanden praktisch keine Torgelegenheiten vor. Erst desaströse Fehlentscheidungen des kroatischen Schiedsrichters Bebek brachten Athlétic wieder in die Spur. Bebek beurteilte ein faires Zweikampfverhalten von Sekagya als Elfmeter-Reif, Llorente verwandelte den Penalty sicher. Keine fünf Minuten nach dem 1:2 stand Bebek erneut im Kreuzfeuer. Lindgren wurde nach einer Bilbao-Ecke von einem Basken geschubst, brachte deswegen einen anderen zu Fall, es gab fälschlicherweise erneut Elfmeter. Dazu gab’s als „Zuckerl“ noch Gelb-Rot für den erst kurz zuvor eingewechselten Lindgren. Llorente versenkte den Elmeter trocken, Bilbao freute sich über den Ausgleich. Die Bullen hingegen mussten dem Ende entgegenzittern. Mit zehn Mann konnte man jedoch noch ein 2:2 über die Runden retten.

0:1 gegen Bilbao
Das Rückspiel in Salzburg konnte Bilbao mit 1:0 gewinnen. Ander Herrera erzielte kurz vor der Pause das einzige Tor des Abends, Salzburg hatte jedoch Chancen auf einen Punkt. Die größte vergab Stefan Maierhofer in der Nachspielzeit, als er den von Leonardo offerierten Doppelpass nicht zum Brasilianer zurückbrachte und stattdessen die Kugel in die Hände des Goalies beförderte.

Athlétic Bilbao stand mit diesem Sieg als Aufsteiger in die KO-Phase fest, Salzburg musste nun am vorletzten Spieltag im Heimspiel gegen Paris mit zwei Toren Differenz gewinnen, um punktemäßig auf die Franzosen aufzuschließen und den direkten Vergleich für sich zu entscheiden.

Das Wunder von Wals-Siezenheim
Das Spiel gegen Paris war definitiv die beste Leistung des Herbstes, man konnte mit PSG nicht nur mithalten, teilweise drückte man ihnen den eigenen Stempel auf. Paradebeispiel dafür war die 20. Minute. Christoph Leitgeb erkämpfte sich am eigenen Strafraum den Ball von einem Pariser und leitete über Jantscher einen Konter ein. Die Kugel kam erneut zu Leitgeb, der geschickt verzögerte, während sich Jantscher von seinem Bewacher aus der Verteidigung befreite. Leitgeb beförderte den Ball per Außenrist zum völlig allein stehenden Jantscher, unsere Nummer 14 nahm volles Risiko und schoss volley zum 1:0 ein.

Im Laufe des Spiels hatte man zwar das (in dieser Gruppenphase ohnehin schon verloren gegangen geglaubte) Glück auf seiner Seite, allerdings war es auch der Verdienst von Alexander Walke und der konsequent stark verteidigenden Defensive, dass man das 1:0 bis in die Nachspielzeit retten konnte. Eine Nachspielzeit, die in die Geschichte eingehen wird.

Svento erlöst Salzburg, © GEPA / Felix Roittner

Es lief die 94. Minute. Salzburg würde mit diesem 1:0 zwar Punktemäßig auf PSG aufschließen, für den Sieg im direkten Duell brauchte man jedoch noch ein Tor. Und dieses fiel nach einem Cziommer-Eckball, den Wallner per Kopf ideal für Svento auflegte. Der Slowake fasste sich ein Herz und drosch den Ball aus knapp 15 Metern volley in die Maschen. Die Red-Bull-Arena in Ekstase! Der Jubel und die Erleichterung waren der gesamten Mannschaft, dem Betreuerstab und den Fans anzusehen, das „Wunder von Salzburg“ wurde quasi mit dem Schlusspfiff geschafft.

Jetzt benötigte man am letzten Spieltag einen Sieg in Bratislava gegen Slovan, damit der Wunschtraum KO-Phase Realität werden würde.

„Finale“ in Bratislava
Die Partie in der slowakischen Hauptstadt avancierte zum Adrenalin-Thriller der Extraklasse, nach einer Schiri-Fehlentscheidung und einem kapitalen Bock von Pasanen lag man nach fünf Minuten schon 0:2 zurück. Schlimmer hätte dieses „Gruppen-Finale“ nicht beginnen können. Gottseidank hatte man nach einem Handspiel im Slovan-Strafraum nach einer guten Viertelstunde die Chance auf den Anschlusstreffer, diesen makierte Jakob Jantscher vom Elfmeterpunkt. Leonardo egalisierte fünf Minuten später die Führung von Slovan, erzielte das 2:2 nach einem Sololauf von der rechten Seite per Distanzschuss.

Der Jubel nach dem Aufstieg, © GEPA / Felix Roittner

Nach der Pause dann die Entscheidung zu Gunsten der Salzburger. Jakob Jantscher flankte den Ball in den Strafraum Richtung Stefan Maierhofer, Marian Had kam jedoch vor dem „Langen“ zum Ball – und beförderte diesen ins eigene Tor. 3:2 für die „Bullen“! Die knapp 1000, vom Verein mit einer Gratis-Anreise verwöhnten, Salzburg-Fans jubelten im Slovan-Stadion, in welchem in weiterer Folge kein Tor mehr fiel. Somit endete die Gruppenphase mit einem Salzburg-Sieg, und dem sensationellen Aufstieg. Paris Saint-Germain, die sich mittlerweile mit David Beckham und Startrainer Carlo Ancelotti verstärkten, müssen das Europacup-Frühjahr vor dem Fernsehgerät verbringen.

Somit konnte Salzburg mit dem Aufstieg in die KO-Phase den Herbst positiv beenden. Nach anfänglicher Euphorie und dem tiefen Fall mit sieben Liga-Spielen ohne Sieg beschloss der Dezember das Jahr versöhnlich.

Metalist Charkiw vor Augen
Die Auslosung kurz vor Weihnachten bescherte Red Bull Salzburg den Austria-Gruppengegner Metalist Charkiw, aktuell Tabellen-Dritter der Ukraine. Das Hinspiel steigt am 16. Februar in Salzburg, eine Woche später fällt in der Ost-Ukraine die Entscheidung. Hoffentlich können die „Euro-Bullen“ auch im Frühjahr für Furore sorgen.

Natürlich blickt Salzburg12 auch auf den Liga-Herbst zurück, schaut einfach bald wieder rein.

/cl

Kategorien
FC Red Bull Salzburg
Christoph Lumetzberger

Christoph Lumetzberger ist Red Bull Salzburg Fan durch und durch. Tolle Spiele, schöne Tore und emotionale Momente mit seinem Lieblingsteam ziehen ihn immer wieder ins schönste Stadion Österreichs, die Red Bull Arena. Über diese Website: "SALZBURG12.at ist ein tolles Projekt hinter dem ich zu 100% stehe!"
Kein Kommentar

Deine Meinung zu diesem Beitrag?

UNTERSTÜTZE UNS
Mit einer Spende für unsere Webseite - egal in welcher Höhe - unterstützt ihr den Fortbestand der Seite! Vielen Dank vorab für eure Unterstützung!

BUNDESLIGA

Latest football scores live. Includes soccer fixtures, table & results.

SUCHE
WIR SIND PARTNER

krebshilfe-salzburg

WERBUNG

Werbung: wettbasis.com

hochzeitseinladungen.de
MyCardShop - Karten, die Geschichte schreiben

Hochzeitseinladungen und Anlasskarten vom Designer




DATENSCHUTZ

Diese Webseite ist durch ein Zertifikat gesichert. Sämtliche gesendete Daten sind mit bis zu 256 Bit per SSL verschlüsselt.

Comodo Secured SSL

Erfahrungen & Bewertungen zu SALZBURG12.at
Blogheim.at Logo
%d Bloggern gefällt das: