Eine sinnfreie Abrechnung

Huub Stevens geht nach Monaten mit der Salzburger Vereinsführung ins Gericht. Eine sinnfreie Abrechnung....
Eine sinnfreie Abrechnung
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Da ist er wieder – unser niederländischer „Grantler“ und Ex-Trainer Huub Stevens. Nein, nicht als Trainer in Salzburg, sondern in einem Artikel auf sport10.at. In der Woche zuvor hatte der Holländer schon via deutscher SportBild ausrichten lassen, was er vom Salzburger-Verein hält und nun gibt’s diese Aussagen nochmal „online“.

Huub Stevens wurde am 8.4.2011 gefeuert, soviel ist klar und bekannt. Ob berechtigt oder nicht, sei hier nicht die Frage. Nach Monaten meldet er sich nun zu Wort und haut der Vereinsführung eine rein – verbal natürlich:

Während des Abschlusstrainings kam ein Anwalt des Konzerns auf Stevens zu. „Er kam auf den Platz und fragte mich, ob ich kurz Zeit hätte. Ich sagte: Nein, ich bereite die Mannschaft gerade auf ein Spiel vor. Er sagte: Sie müssen kurz mitkommen. Ich sagte wiederum Nein. Dann sagte er, dass ich unbedingt mitkommen müsste, weil sich der Verein von mir trennen will. Ich fragte: Nach der Saison oder jetzt gleich? Er sagte: Jetzt gleich.“

Tjo. So ist das nun mal, wenn man gefeuert wird. Beim Verein war es der Firmenanwalt (Anwalt deswegen, weil es ja darum ging, einen Vertrag zu lösen). Bei uns „Normalsterblichen“ kommt der Chef oder der Personalbeauftragte. Oder der Bürobote mit dem „blauen Brief“. Das ist ein normaler Weg.

Was aber kein normaler Weg ist, dass man (und das auch noch Monate danach) über seinen ehemaligen Arbeitgeber „schlaue Kommentare“ abgibt. Das ist einfach eine Unart, die man – bzw. Stevens – sich sparen sollte, wenn man nur einen Funken „Kinderstube“ genossen hat. Huub weiss nämlich, was uns fehlt:

Red Bull fehlt die Fußballeinsicht. Es ist ein großer Konzern, der im Fußball erfolgreich sein will, aber sie vergessen dabei, dass Menschen keine Rennmaschinen sind.

Ahja. Die Fußballeinsicht. Menschen sind keine Rennmaschinen, da hat Stevens recht. Aber es gibt, nach meiner Meinung (die sicherlich diskutierbar ist) eine Parallele: Rennmaschinen und Menschen müssen „funktionieren“! Jeder Arbeitnnehmer dieser Welt MUSS funktionieren:

Was wäre der Arzt, wenn er einen schlechten Tag hat und seinetwegen Menschen sterben?
Was wäre der Postbote, der einfach mal „nicht mag“ und die Briefe in die nächste Mülltonne wirft?
Was wäre der Produktionstechniker, der mit einem Restalkohol vom Vortag mal auch die Schnelle ein paar Millionen in den Sand setzt, weil er neben seiner Maschine eingeschlafen ist?
Was wäre der Fußballtrainer, der das Vertrauen der Mannschaft, des Verein und der Fans nicht mehr hat?

Alle Fragen haben die gleiche Antwort: gekündigt!

Natürlich gibt es eine gewissen Toleranzgrenze und nicht jeder wird bei seinem ersten Fehlverhalten gekündigt! Aber irgendwann ist ein Limit erreicht. Ein Limit, dass Stevens überschritten hat. Auch wenn Stevens im Interview behauptet

Die Spieler waren geschockt.

Mag sein. War aber nicht zu ändern. Die Fans waren damals sehr glücklich, als das Trainerduo Moniz/Kovac ans „Ruder“ kam und sind es heute noch. Den „grantigen“ Stevens vermisst an der Mozartstadt heute keiner mehr. Warum schreib ich schon zweimal „grantig“? Zum einen erlebte ich Stevens auf Fanclub-Sitzungen, wo er zwar immer gut gelaunt kam, aber „wehe“ mach fragte nach seiner Strategie, seinem Training usw. oder traute sich sogar Kleinigkeiten anzuzweifeln – da gibg’s ab! Und andererseits durften auch schon einige Journalisten seinen „Grant“ abbekommen. Wie der Vertreter des Kurier oder – weit bekannter – der Fernsehmoderator von „Salzburg heute“:

Sei’s drum. Von mir gibt’s keine blöde Nachrede. In Wahrheit mochte ich Stevens ja – irgendwie. Andererseits ist er mit dieser „sinnfreien Abrechnung“ gerade ein paar Stufen die Popularitätsleiter herunter gefallen. Trotzdem. Ich wünsch dir lieber Huub viel Erfolg auf deinen sportlichen Wegen! Und wenn ich wieder was von dir lesen/hören will, dann nur Berichte über deinen aktuellen Job. Oder den nächsten…

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Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
Ein Kommentar
  • Gottfried
    1 Dezember 2011 at 17:22
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    So falsch finde ich die Einschätzung nicht. Zumal es ja keine grosse Sache ist.

    Wenn die Entlassung tatsächlich so abgelaufen ist wie geschildert, dann ist das halt auch nicht die feine englische. Dass sowas anders ablaufen kann und eigentlich sollte sehe ich eher als Realität. Wobei Hütteldorf da auch kein Vorzeigebeispiel ist 😉

    Momentan schaut es ja eh danach aus, als ob man die Schwierigkeit des Unterfangens "Retorte goes Meister" auch im Konzern erkennt. Immerhin hält man Moniz trotz Negativrekord die Stange. Haben wohl einige schon mit einem Rauswurf gerechnet

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