Am Tiefpunkt angelangt

Mattersburg fügt den Salzburgern eine bittere 0:3-Niederlage zu und schickt sie damit noch weiter in die Krise....
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Krise. Dieses Wort wollte man bisher bei Red Bull Salzburg nicht in den Mund nehmen. Doch spätestens nach der Partie beim Tabellennachzügler Mattersburg ist dies wohl unumgänglich. Der letzte Sieg in der Liga datiert vom 18. September, als man mit 3:0 gegen Wr. Neustadt gewann. Nachdem das nächste Liga-Spiel erst am 20. November (gegen Rapid) sein wird, ist man also über 2 Monate sieglos, eine Negativ-Serie in allen Belangen.

Mit der heutigen 0:3-Niederlage ist man am bisherigen Tiefpunkt der jüngeren Vereinsgeschichte angelangt. 6 sieglose Spiele in Serie gab es noch nie, und auch eine Niederlage mit 3 Toren Unterschied ist schon fast 2 ½ Jahre her: Vor der Meisterfeier 2009 gab es ein 1:4 gegen Absteiger Altach.

Aber genug mit den Statistiken, jetzt zum Spiel. Salzburg begann mit folgender Aufstellung:

Aufstellung

Im Gegensatz zum Bilbao-Spiel veränderte Trainer Moniz seine Mannschaft also nur an den 3 Stürmer-Positionen: Svento (Knieprobleme) und Jantscher (gesperrt) konnten nicht, Maierhofer nach schwacher Leistung durfte nicht spielen, und so rückten neben Georg Teigl die wieder genesenen Leonardo und Wallner in die Startelf.

Die Anfangsphase des Spiels gehörte bereits ganz den Hausherren, bereits in der 3. Minute hatte Farkas die Riesenchance auf das 1:0, er traf aber das Tor nicht. Auch weitere Chancen ergaben sich für die Burgenländer, zum Beispiel durch einen Kopfball von Malic oder einen Weitschuss von Höller.

Auf der Gegenseite blieb Salzburg harmlos, nennenswerte Chancen gab es vorerst nicht, einzige „Highlights“ waren die gelben Karten für beide Innenverteidiger, Sekagya (16.) und Pasanen (29.) und ein Schüsschen von Leitgeb in die Arme von Borenitsch.

Schwegler war noch einer der besten Salzburger | (c) GEPA

Schwegler war noch einer der besten Salzburger | (c) GEPA

Erst nach einer halben Stunde wurde Salzburg aktiver und kam zu den zwei größten Chancen im Spiel: Zuerst brachte Cziommer mit einem Lattenkracher das Tor zum Wackeln (31.), zwei Minuten später setzte sich Teigl gut gegen mehrere Mattersburg-Verteidiger durch, scheiterte aber am starken Mattersburg-Goalie.

Bis zur Halbzeit-Pause tat sich dann nicht mehr viel, Salzburg hatte aber das Spiel großteils unter Kontrolle. Eine klare Steigerung zur Anfangsphase, zu nennenswerten Chancen kam es aber nicht mehr, und damit ging es mit einem torlosen Remis in die Kabinen.

Nach Seitenwechsel tut sich eine Viertelstunde einmal kaum etwas, viel Mittelfeldgeplänkel, keine nennenswerten Chancen. Dann wird es aber doch wieder interessanter, und Cziommer prüft mit einem starken Weitschuss wieder einmal Thomas Borenitsch, doch wer glaubte, dass Salzburg jetzt auf den Sieg drängt, der täuschte sich.

Im Gegenteil, Mattersburg wurde wachgerüttelt und kam zu einer Reihe von Chancen: Zunächst jubeln die Spieler in Grün-Weiß schon nach einem Malic-Treffer, dieser wird aber nach grenzwertiger Abseits-Entscheidung von Schiedsrichter Einwaller aberkannt. Nur eine Minute später schießt Rath den Ball aus fünf Metern über das Tor.

Leonardo war bemüht, aber glücklos | (c) GEPA

Leonardo war bemüht, aber glücklos | (c) GEPA

Doch zwei Minuten später „klingelt“ es dann wirklich im Tor von Eddie Gustafsson: der gerade eingewechselte Pavlov mit einer Flanke in den Strafraum, Naumoski kann sich gegen die Verteidiger durchsetzen und bringt den Ball sehenswert im Tor unter.

Damit musste Salzburg reagieren, und Ricardo Moniz tat dies in Form eines Doppeltauschs: Für den glücklosen Wallner und den ganz ordentlich spielenden Cziommer kamen Maierhofer und Hierländer ins Spiel (71.), wenige Minuten später wechselte er dann auch noch Bruins für Sekagya ein und warf damit alles nach Vorne.

Nennenswertes kam aber trotzdem nicht heraus, zumindest nicht bei Salzburg. 10 Minuten vor dem Ende musste Eddie Gustafsson mit einer Glanzparade nach Malic-Kopfball den knappen Rückstand festhalten, eine Minute später hatte man bei einem Bürger-Schuss Glück, der neben das Tor ging.

Schön langsam konnte man Verzweiflung bei den Salzburgern erkennen, da offensiv nichts Konkretes gelingen konnte. Und Mattersburg nutzte diese Verzweiflung gnadenlos aus: Bürger stellte in Minute 85 nach einem Eckball per Kopf auf 2:0.

Salzburg war damit gebrochen, der Wille, den Rückstand noch aufzuholen, nicht mehr vorhanden. Doch die Burgenländer wollten noch mehr, und bekamen auch noch mehr: Nur 3 Minuten nach dem zweiten Treffer scheiterte zunächst noch Röcher an Eddie Gustafsson, doch den Abpraller konnte Mörz ins leere Tor schieben, wodurch die Partie entschieden war.

In den letzten Minuten passierte nichts mehr, und Schiedsrichter Einwaller pfiff eine der peinlichsten Niederlagen Salzburgs der letzten Jahre ab.

Zahlen, Daten, Fakten, Stimmen

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SV Mattersburg – Red Bull Salzburg 3:0 (0:0)
Pappelstadion Mattersburg, 4.000 Zuschauer, SR Thomas Einwaller

Tore: 1:0 Naumoski (66.), 2:0 Bürger (85.), 3:0 Mörz (88.)

Aufstellung inkl. Spielerbewertung (Schulnotensystem): Gustafsson 3 – Schwegler 2, Pasanen 4, Sekagya 4 (79. Bruins 3), Hinteregger 3 – Schiemer 2-3, Cziommer 2 (71. Hierländer 3), Leitgeb 3 – Leonardo 2-3, Teigl 3, Wallner 3 (71. Maierhofer 3)

Karten: Sekagya (16.), Pasanen (29.).

Ricardo Moniz nach dem Spiel: „Das 0:3 schmerzt extrem. Wir haben den Gegner durch Standards ins Spiel gebracht. Ich bin sehr enttäuscht, muss aber weiter vorausgehen. Als Trainer muss man die Schuld immer bei sich selbst suchen. Wir hatten zwei gute Chancen, die muss man nützen. Bei dieser Belastung müssten wir überall doppelt besetzt sein, aber das sind wir nicht. Ich befürchte nichts, habe keine Angst und brauche keine Rückendeckung. Man kann mich kritisieren, aber ich werde von meinem Weg nicht abgehen. Ich stelle mich nicht infrage, ich weiß nicht, wo das herkommt, das ist Stimmungsmacherei.“

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FC Red Bull Salzburg

Bernhard Schmidhuber wurde 1990 geboren und arbeitet als Software-Entwickler. Er ist schon immer Salzburger Fußballfan, intensiv beschäftigt er sich allerdings erst seit ca. 3 Jahren mit Red Bull Salzburg.
Ein Kommentar
  • Fremdschämen… | salzburg12.at
    7 November 2011 at 11:31
    Leave a Reply

    […]  Seit dem hagelte es Unentschieden und Niederlagen. Der “krönende” Abschluss, war das letzte Spiel gegen den “Abstiegskandidaten mit Ansage” SV Mattersburg im Pappelstadion. […]

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