„Letztendlich zählt nur der Aufstieg“

Red Bull Salzburg müht sich zu einem 2:1-Sieg im Cup gegen Zweitligist LASK, der über weite Strecken die bessere Mannschaft war....
„Letztendlich zählt nur der Aufstieg“
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Der Cup ist in Österreich leider für viele kein besonderes Ereignis mehr. Während es in Deutschland zum Beispiel die Fans noch in Scharen in die Stadien zieht, wenn es um den zweitwichtigsten nationalen Fußballbewerb geht, sind Zuschauer in Österreich – abgesehen vom Finale – relativ desinteressiert.

Einen positiven Beitrag, um diesem Trend der letzten Jahre entgegenzusteuern, hat Red Bull Salzburg beim gestrigen 2:1-Sieg gegen Zweitligist LASK mit Sicherheit nicht gemacht. Im Gegenteil: viele der lediglich 3.300 Fans, die sich das Spiel gestern angesehen hatten, werden sich einen weiteren Stadionbesuch vorm nächsten Spiel noch einmal gründlich überlegen, denn das Spiel war – abgesehen vom Ergebnis und dem damit verbundenen Aufstieg ins Viertelfinale – eine einzige Enttäuschung.

Salzburg-Coach Ricardo Moniz hatte die Mannschaft im Vergleich zum vorherigen Spiel größtenteils gleich gelassen, nur auf 2 Positionen nahm er Veränderungen vor: Jakob Jantscher durfte statt Gonzalo Zarate beginnen, und Alexander Walke kam statt dem zuletzt recht fehleranfälligen Kapitän Eddie Gustafsson ins Tor.

Letzterer stand gleich nach ein paar Minuten im Mittelpunkt: ein flacher Ausschuss zu Hinteregger kam viel zu langsam, und Kogler konnte den Ball seelenruhig abfangen. Zum Glück wurde diese Chance von den Linzern nicht genutzt.

Auch in der weiteren Anfangsphase tat man sich schwer, die Linzer Defensive rund um Abwehrchef Aufhauser stand sehr gut und die Offensivabteilung kam zu einigen gefährlichen Chancen. Salzburg hingegen machte viele Fehler im Spielaufbau und agierte oft lustlos bzw. ideenlos.

Torchancen? Fehlanzeige. Im Gegenteil: Walke hatte aus seinem Fehler in der Anfangsphase nichts gelernt, wollte wieder den gleichen Pass zu Hinteregger machen, er wurde jedoch wieder abgefangen. Zum Glück allerdings auch wieder vergeben.

Sekagya mit einer unglücklichen Darbietung | © Gepa Pictures

In der Folge hatte man zwar ab und zu das Gefühl, Salzburg würde das Spiel kontrollieren, doch man machte den Gegner durch fürchterliche Fehlpässe und sinnlose Fouls in der Abwehr immer wieder stark.

Sekagya, hauptverantwortlicher für die katastrophalen Zustände in der Defensive, krönte seine „Un-Leistung“ kurz vor der Pause mit der einzigen erwähnenswerten Offensivaktion der Salzburger, indem er den Ball aus 2 Metern über das Tor knallte.

Nachdem sich die Bullen mental wohl schon auf eine heftige Kabinenpredigt einstellten, zappelte der Ball auf einmal im Netz von Alex Walke. Doch der Linienrichter hat aufgepasst und zu Recht Abseits gegeben, der Treffer von Freudenthaler zählte nicht.

Damit ging man mit einem schmeichelhaften 0:0 in die Pause, von der viele einen Umschwung auf Seiten der Heimmannschaft erwarteten. Dieser kam zwar auch, allerdings nur in Person von Simon Cziommer, der für den relativ schwachen Pasanen ins Spiel kam.

Moniz hielt es in Hälfte 1 nicht auf der Bank | © Gepa Pictures

 

Leistungstechnisch knüpfte man allerdings nahtlos an die erste Halbzeit an, und so kam, was kommen musste, nämlich das 0:1 für die Gäste aus Linz. Orientierungslosigkeit in den Abwehrreihen der Salzburger, und Freudenthaler stochert den Ball irgendwie ins Tor.

Dadurch musste Moniz natürlich reagieren, über die Art und Weise lässt sich jedoch diskutieren. Für den technisch sehr starken, aber offensiv zu harmlosen Bullen-Neuling Bruins kam der – technisch wohl nicht ganz so starke – Maierhofer ins Spiel und stellte somit vom gewohnten 4-3-3-System auf ein 4-2-4-System mit Schiemer und Cziommer im Mittelfeld um.

Wenige Minuten später gab es dann auch schon den dritten und letzten Wechsel, Zarate kam für den ambitionierten, aber glücklosen Jantscher ins Spiel. Und damit kam auch das erste Mal so etwas wie Leben in eine bisher kaum vorhandene Salzburger Mannschaft.

Doch nicht nur das Spiel der Salzburger wurde schön langsam besser, auch der Gegner half beim Umschwung etwas mit: LASK-Spieler Varga verlor nach einem Pfiff von Schiedsrichter Krassnitzer die Nerven und schleuderte den Ball Simon Cziommer an den Kopf. Das gilt als Tätlichkeit und wurde zu Recht mit einer roten Karte bestraft.

In den letzten beiden Liga-Spielen hatte das den Salzburgern aber nicht geholfen, sowohl gegen Wacker Innsbruck (40 Min. Überzahl, 1:1), als auch gegen Sturm Graz (15 Min. Überzahl, 1:2) konnte man von einem Ausschluss nicht profitieren.

Gegen den LASK sollte es dann aber doch anders kommen, und so war es der bisher unauffällige Franky Schiemer, der nach einem Zarate-Eckball am Höchsten aufstieg und den Ball per Kopf schön im langen Eck platzierte.

Damit war für die Salzburg-Spieler bereits die Vorentscheidung gefallen, doch das wäre fast noch ins Auge gegangen: Hinteregger konnte einen Schuss von Kogler gerade noch abwehren. Der 19-jährige, der übrigens statt Eddie

Der "Major" erzielte das 2:1 | © Gepa Pictures

Gustafsson zum zweiten Mal die Kapitänsbinde trug (zum ersten Mal in der 1. Runde des Cups gegen Baumgarten), konnte im restlichen Spiel allerdings auch nicht wirklich überzeugen.

Ein paar Minuten später machte Salzburg aber dann wirklich alles klar, nach einer weiteren Zarate-Flanke konnte Maierhofer – ein Stockwerk höher als seine Gegenspieler – den Ball einnicken.

Danach war der LASK gebrochen, Salzburg spielte den Sieg in den letzten 10 Minuten trocken und glanzlos nach Hause. Man hatte allerdings wieder einmal gemerkt, dass der Cup nicht das Spezialgebiet der Salzburger ist und tat sich über weite Strecken sehr schwer gegen einen Gegner, der aktuell selbst nicht in Überform spielt. Das Ergebnis ist aber seit fast einem Monat endlich wieder einmal positiv, und darauf sollte man aufbauen.

 

Zahlen, Daten, Fakten, Stimmen

ÖFB Samsung Cup, Achtelfinale

Red Bull Salzburg – LASK Linz 2:1 (0:0)

Red Bull Arena, 3.300 Zuschauer, SR Manfred Krassnitzer

Tore:
0:1 Freudenthaler (51.)
1:1 Schiemer (72.)
2:1 Maierhofer (79.)

Aufstellung Salzburg inkl. Spielerbewertung (Schulnotensystem):
Walke 4 – Schwegler 2-3, Pasanen 4 (46. Cziommer 3), Sekagya 5, Hinteregger 3 – Schiemer 2-3, Bruins 2-3 (53. Maierhofer 3), Svento 2-3 – Leonardo 3, Jantscher 4 (58. Zarate 2), Wallner 2

Karten:
Keine.

Ricardo Moniz nach dem Spiel: „Ich bin extrem froh, dass wir das heute noch geschafft haben. Es ist sehr wichtig, dass beide Red Bull Teams im Viertelfinale stehen. Es war aber sehr schwer und harte Arbeit. Wir haben lange Zeit fußballerisch keine Lösungen gefunden, sind noch immer nicht in der Lage, dem Gegner unser Spiel über weite Strecken aufzudrängen. Letztendlich zählt aber nur der Aufstieg.“

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FC Red Bull Salzburg
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
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