Geld spielt doch Fußball

Geld spielt Fußball. Das haben die österreichischen "Eurofighter" schmerzhaft erfahren müssen....
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€ 192.500.000 hätte ich gerne am Konto. Wer nicht. Aber diese Zahl, so fabelhaft sie klingen mag, ist der kolportierte Marktwert von Paris Saint Germain. Die Mannschaft, die mit einigen wenigen Geistesblitzen, den FC Red Bull Salzburg im Auftakt der Europa League (Gruppe F) mit 3:1 in den Flieger einstiegen liess. Mit Öl-Millionen kauften die Pariser, die nun wieder um die französische Meisterschaft mitspielen möchten, allein in der vergangenen Transferphase 11 neue Spieler um € 86.100.000. Darunter ein Javier Pastore, der um sagenhafte € 42.000.000 von Palermo geholt wurde.

Jetzt sind die Salzburger ja in unserem (fußballtechnisch vollkommen „minderbemittelten“) Land als der wohl wirtschaftlich am stärksten aufgestellte Verein bekannt und ziehen damit den Hass bzw. Neid der anderen Vereine und Fans immer wieder auf sich. Doch am internationalen Parkett wirkt der Marktwert der Bullen mit kolportierten € 32.700.000 ja fast schon lächerlich. Der aktuell Drittplatzierte der Liga und ebenso „Euro-Fighter“ Austria Wien kommt auf einen Marktwert von € 20.375.000, Meister Sturm Graz „schafft“ € 14.275.000. Und allesamt zogen am ersten Spieltag der Gruppenphase in der Europa League mit gesenkten Köpfen vom Platz. Austria Wien verlor daheim gegen die Ukrainer Metalist Kharkiv (Marktwert € 59.800.000) und der amtierende Meister aus Graz gegen Lokomotiv Moskau (Marktwert € 72.300.000). Für die Fünfjahreswertung der Österreicher war der Auftakt nicht gerade ein erfolgreicher Tag. 

Nene (€ 12,5 Mio) hatte Hierländer (€ 500.000) mehr als gut im Griff

Geld scheint also doch Fußball zu spielen.
Eine Aussage, die traditionsbewusste Fans gar nicht gerne hören, die aber zur Realität geworden ist. Es muss nicht immer eine perfekte Mannschaftsleistung (siehe Paris Saint Germain) sein, oft genügt die Klasse weniger Einzelspieler (siehe ebenso Paris Saint Germain), um einen Sieg zu sichern.

Das es auch anders gehen kann – leider ist das nicht an der Tagesordnung – zeigte zB. ein SV Ried, die mit Herz und Willen, PSV Eindhoven zu Hause ein 0:0 abrangen. Beim Rückspiel zeigten die Holländer jedoch eine starke Leistung und besorgten den Innviertlern mit einer 5:0 Schlappe das „Aus“ aus dem europäischen Wettbewerb.

Irgendwann scheint „kämpfen“, „wollen“ und „beherzt“ keine Rolle mehr zu spielen. Dann siegen die Millionen. Ein Punkt, den die Ultras, die sich genau dagegen eigentlich aussprechen (also gegen den viel strapazierten „Modernen – geldorientierten – Fußball“).

Dennoch sind es die gleichen Personen, die sehr fasziniert den Top-Stars wie einem Messi, Kaka oder Ronaldo zusehen – so lange sie nicht gegen den eigenen Verein oder das eigene Land spielen. Da wird dann gerne wieder das Spruchband gegen die Kommerzialisierung ausgepackt. 

Das Land der Minderbemittelten.
Hierbei geht es aber nicht um den Intelligenzquotienten. Wenn Österreich schon mal einen Top-Kicker (für unsere Verhältnisse also einen, der ein wenig aus der breiten Masse heraussticht) hervorbringt, dann geht er ins Ausland. Dafür gibt es an Beispielen genug – Pogatetz, Alaba, Arnautovic, Janko und wie unsere Legionäre alle noch heissen. Dort verrichten sie mehr oder weniger gute Arbeit und versuchen sich dann in der Österreichischen Nationalmannschaft (das lassen wir aber jetzt gleich wieder, das ist ein anderes Thema). Und warum kommt kein „echt guter“ Kicker nach Österreich?

Sein wir uns mal ehrlich. Provokant gesprochen, sind wir eine uninteresannte „Pemperlliga“, in einem Land, das international kaum eine Bedeutung hat. Wir spielen nur bei einer Fußball EM mit, wenn wir sie selber ausrichten und am Weltparkett sind wir bedeutungslos. Gerade auf Platz 68 sind wir in der Weltrangliste zu finden. 

Warum sollte also ein „Star“ (im weitesten Sinne) in unser Land kommen und in unserer „höchsten“ Liga spielen? Eben gar nicht. Ein paar wenige lassen ihre Karriere bei uns ausklingen, das war’s dann aber auch schon.

Nicht jeder kommt für Geld – warum auch?
Jetzt könnte man natürlich provokant sagen, dass man sicherlich den einen oder anderen Top-Kicker aus dem Ausland holen könnte. Theoretisch einleuchtend. Praktisch wohl kaum. Jeder Top-Kicker würde in Österreich versauern und (in Wahrheit) schlechter werden. Mangels „Herausforderungen“. Natürlich könnte man – wieder theoretisch – mit vielen Millionen (so wie Paris Saint Germain) eine komplette Mannschaft kaufen, die – vielleicht auch nicht gerade publikumswirksam – in heimische Liga dominiert und unter Umständen auch international ein Mit-Favorit ist. Doch wozu. Was hätten denn „Geldgeber“ wie Red Bull, Magna, Wien Energie und wer das dann noch immer sein mag davon? Nichts. Null. Njente. Nada.

Geld spielt Fußball!
Und weil eigentlich niemand in Österreich einen echten Sinn hinter Großinvestitionen an Spielern sieht (ich ebenso nicht), dümpelt der österreichische Fußball international in der Gegend herum. Damit muss der Fußballfan sich abfinden. Die einen (Hardcore-Ultras) wollen das Geld ja eh nicht. Die anderen werden es nicht bekommen. Und somit darf man sich auch nicht wundern, dass man Spiele gegen Saint Germain, Kharkiv, Moskau und Eindhoven verliert.

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Die 3. Halbzeit
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
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