Fehler an allen Ecken und Enden

Im Duell mit dem Aufsteiger hatte Tabellenführer Salzburg das Nachsehen. Warum, lest ihr hier......
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Nach zuletzt (saisonübergreifend) 14 ungeschlagenen Partien, musste am vergangenen Sonntag Tabellenführer Red Bull Salzburg die erste Niederlage der Saison hinnehmen. Die Gründe dafür sind breit gefächert und reichen vom guten Gegner über eine nur mäßig gelungene Startaufstellung von Ricardo Moniz bis hin zum fehlenden Siegeswillen einiger Akteure.

Dass die Admira ein gefährlicher Gegner war, das war schon im Vorfeld durchaus bekannt. Doch selbst kühnste Pessimisten dürften nicht vermutet haben dass es nach nur 24 Minuten 2:0 gegen Salzburg stehen würde. Obwohl, die Aufstellung der Bullen gab vor Anpfiff immerhin schon Rätsel auf: Svento, der in der Vorwoche im zentralen Mittelfeld eine prächtige Figur gemacht hatte, musste in der Viererkette ran, Cziommer spielte dafür neben Christoph Leitgeb.
Dahinter räumte nicht wie in der Vorwoche Fränkie Schiemer – auch der wurde zum Verteidiger degradiert; sondern diesmal Lindgren, obwohl der in den letzten Wochen eher wenig zu überzeugen wusste.

Wieso also entschied sich Ricardo Moniz, an sich ein guter Taktiker, für diese regelrecht zum Scheitern verurteilte Variante? Aus Übervorsicht, wie er indirekt selbst sagt. Warum spielte Schiemer den Innenverteidiger? „Wir brauchen seine Schnelligkeit gegen die Admira-Stürmer“. Warum spielte Svento den Außenverteidiger? „Sventos Schnelligkeit ist wichtig gegen die schnellen Admira-Spieler“.

Klingt in der Theorie gut – sich mit dem Gegner befassen gehört schließlich zum A und O eines modernen Fußballtrainers – doch Moniz wählte hier eindeutig den falschen Weg. Man ging als unbesiegter Tabellenführer in die Partie, und doch ließ man den Gegner gewissermaßen die eigene Aufstellung diktieren.

Mit Schiemer, Leitgeb und Svento hätte man ein sehr mobiles Dreiermittelfeld gehabt, so aber standen mit Cziommer und Lingren gleich zwei wenig laufstarke Spieler im Salzburger Zentrum. Beide – aber vor allem Lindgren – hatten zwar genug Freiraum, konnten sich allerdings nur sehr selten gut in Position bringen und blieben so weitesgehend vom Spielgeschehen isoliert.

Christoph Leitgeb

Die hatte – trotz eigentlicher Unterzahl – im Mittelfeld also die Admira. Trotzdem wurden die Bullen ab und an gefährlich, was in den allermeisten Fällen an Leitgeb lag, der sehr geschickt immer wieder Raum ‚zwischen den Linien‘, also unmittelbar vor der gegnerischen Viererkette fand. Wie es die Theorie vorsieht hatte im Spiel zwischen einem 4-4-2 und dem Salzburger 4-3-3/4-2-3-1 der offensivste Mittelfeldspieler der Bullen – eben Christoph Leitgeb – den meisten Platz. Und er nutzte ihn…
Mit ein wenig mehr Konsequenz im Abschluss beziehungsweise einem etwas wendigeren Mittelstürmer hätte so aus zumindest einer seiner dutzend guten Aktionen gut und gern ein Treffer fallen können.

Billige Tore

Doch getroffen hatte nach 12 Minuten stattdessen die Admira zum ersten Mal: Salzburg verteidigt in dieser Phase relativ hoch. Die Stürmer Hosiner und Quedraogo stehen mit Schiemer bzw. Pasanen jeweils Schulter an Schulter, darauf wartend, dass der hohe Ball in den Raum hinter der Salzburger Innenverteidigung kommt. Er kommt; Pasanen sowie Schiemer verschätzen sich fürchterlich, wodurch der Ball tatsächlich bei Hosiner landet, der wiederum Gustafsson im 1-gegen-1 keinerlei Chance lässt. In erster Linie lässt sich der Gegentreffer also zurückführen auf unglaublich banale Eigenfehler gleich zweier Salzburger Spieler, andererseits spielte aber auch hierbei die taktische Komponente eine nicht unwichtige Rolle – die Vorzüge eines klassischen 4-4-2s zeigten sich ganz deutlich, beide Innenverteidiger sind ‚belegt‘, müssen je einen der beiden gegnerischen Angreifer decken und können so nicht füreinander absichern.

Wenn dann auch noch verhältnismäßig hoch verteidigt wird und die Stürmer den Verteidigern in Sachen Geschwindigkeit überlegen sind (beides war in dieser Szenen klar der Fall), ist die Situation für das IV-Duo umso unangenehmer. Dennoch, gerade ein erfahrener Spieler wie Pasanen hätte mit der Situation einfach besser umgehen müssen… Aber Zeit war ja noch genug vorhanden.

Erst Unvermögen, dann auch noch Pech

Doch wer nun mit einer Salzburger Aufholgjagd rechnete, der hatte meilenweit gefehlt: Nur 12 Minuten später muss Gustafsson, nicht ganz unverschuldet diesmal, erneut hinter sich greifen. Auf dem linken Flügel hat Jezek unheimliches Ballglück, sein Abschluss ist weder scharf noch sonderlich platziert und wird trotzdem vom Salzburger Schlussmann direkt vor Hosiners Beine geklärt, der aus kurzer Distanz auf 2:0 erhöht.

Auch danach spielte Salzburg nie wirklich gut. Zwar begann man die zweite Halbzeit durchaus engagiert – hätte Elfmeter bekommen und Tore schießen müssen – doch dem Verletzungspech geschuldet war auch dieser Elan schnell verflogen. Ausgerechnet Leitgeb (bekannt ist mittlerweile dass er den Bullen zumindest 4 Wochen fehlen wird, Anm.) musste nach 52 Minuten mit Außenbandeinriss ausgetauscht werden, für ihn kam – Moniz hatte keinen zentralen Mittelfeldspieler auf der Bank – Roman Wallner. Das Salzburger Mittelfeld bestand fortan aus einem lustlosen Leonardo, Lindgren, Svento und Jantscher… wer davon die Chancen rausarbeiten soll und kann? Richtig, keiner.

So blieb es dem inzwischen eingewechselten Gonzalo Zarate vorbehalten mit einer Einzelaktion noch mal für Spannung zu sorgen, doch selbst sein Anschlusstreffer war am Ende nicht genug. Die Hausherren siegten über den Tabellenführer, und das noch nicht mal unverdient!

Fazit

Allerlei Fehler warn am Sonntag bei den Salzburgern auszumachen – die Außenverteidiger wurden schlecht oder gar nicht ins Offensivspiel eingebunden, Cziommer & Lindgren konnten Leitgeb nicht mit Bällen versorgen (geschweige denn im Chancenkreieren unterstützen), Maierhofer wirkte wie der oft zitierte Fremdkörper in der Mannschaft… und, und, und. Freilich, nicht alles ist nach einer einzigen Niederlage komplett zu hinterfragen – doch Arbeit wartet auf Moniz in nächster Zeit gewiss genug.

 

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FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
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