Ein Spitzenspiel hinter den Kulissen

Welchen Einfluss die taktische Komponente auf den Schlager Salzburg - Rapid nahm......
Moniz leitete die Mannschaft nur wenig mehr als ein Jahr.
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Ricardo Moniz begeht zu Beginn einen taktischen Fehler, korrigiert diesen jedoch später. Peter Schöttel machte anfangs alles richtig, konnte Moniz’ Umstellungen dann allerdings wenig entgegensetzen. Hauptsächlich dadurch ist eine Partie zweier so verschiedener Halbzeiten zu erklären. Letztlich ging ein echtes Spitzenspiel leistungsgerecht mit 0:0 zu Ende – in erster Linie weil beide Mannschaften zahlreiche Chancen vergaben.

Die 15 500 Zuseher hatten großteils ihre Sitze noch gar nicht richtig eingenommen, wurde Rapid Wien im großen Schlager der 6. Runde schon zum ersten Mal gefährlich – Salihi scheitert nach einem recht primitiven aber doch sehr effektiven Konter glücklicherweise an Gustafsson. Auch in den folgenden Minuten – nein, eigentlich die gesamte erste Hälfte über – war Rapid – richtig, genau diese Rapid, die noch vor ein paar Tagen der Wiener Austria als Prügelknabe fungierte – klar spielbestimmend. Einerseits war dies natürlich zurückzuführen auf den Drang der Hütteldorfer, die Schmach von Happel möglichst schnell durch gute Leistungen vergessen zu machen, andererseits waren jedoch auch die Systeme der beiden Teams sehr stark ausschlaggebend.

Es kamen nämlich gleich zwei grobe taktische Änderungen im selben Spiel zu tage: Moniz stellte von
4-3-3 um auf 4-4-2, während Schöttel sein bisher favorisiertes 4-2-2-2 zugunsten eines 4-2-3-1 mit Steffen Hofmann in dessen Zentrum aufgab. Somit hatte plötzlich Rapid Überzahl im Mittelfeld und nicht Salzburg. Dies hatte insofern Auswirkungen auf das Spiel, als die Bullen in der Defensive immer einen Schritt hinterher waren, keinen Zugriff fanden und bei eigenem Ballbesitz kaum Anspielstationen hatten. Wieso also 4-4-2, warum nicht bei dem zuletzt so erfolgreichen 4-3-3 bleiben? Nun, zum einen wollte man natürlich Neuzugang Maierhofer integrieren und wohl auch deshalb, weil das 4-3-3 eben doch nicht so erfolgreich war – vor allem in der Red Bull Arena und gerade gegen defensiv orientierte Gegner hatte man unter Moniz oft Mühe, zwingende Torchancen herauszuspielen. Gründe hatte der Systemwechsel also durchaus, und er hätte auch Sinn gemacht, hätte man nur auch die Spielweise an das neue System angepasst.

Anstatt so zu spielen wie im 4-4-2 üblich – mit eher abwartender Viererkette, überhaupt fast ohne Pressing, schnell und über die Flügel – versuchte Salzburg genau die selbe Art von Spiel aufzuziehen wie schon in den vorangegangenen Partien: „Hohes“ Verteidigen, Pressing in allen Bereichen des Spielfelds, eher gemächlicher Spielaufbau, häufig durch die Mitte. Gegen ein unheimlich aggressives Rapid Wien musste man so einfach hinten wie vorne scheitern. Und tat es eigentlich auch, denn einzig die Unfähigkeit des Rekordmeisters im Abschluss war es die einen Rückstand der Bullen verhinderte.

Doch so war nach 45 Minuten nichts passiert und Moniz hatte in der zweiten Hälfte alle Möglichkeiten, die taktischen Versäumnisse nachzuholen und seine Mannschaft auf die Siegerstraße zurückzuführen. Die Kabine verließ Salzburg mit einem 4-2-3-1, im Verlauf des Spiels wurde daraus jedoch recht rasch wieder das herkömmliche 4-3-3. Und schon hatten die Hausherren das Spiel deutlich besser unter Kontrolle! Bei Rapid schwanden dann sichtlich die Kräfte, wodurch sich die Überlegenheit der Bullen Minute um Minute öfter in Torchancen niederschlug. Doch wie schon in der ersten Halbzeit der Gegner, ließen auch die Salzburger all ihre Gelegenheiten mehr oder minder leichtfertig aus…

Unter dem Strich bleibt somit ein 0:0 zwischen Red Bull Salzburg und Rapid Wien stehen. Es bleibt ein unheimlich unterhaltsamer Fußballabend, gespickt mit Höhen und Tiefen für jeden Salzburg-Anhänger.
Und es bleiben 90 Minuten die in erster Linie geprägt und mitentschieden wurden durch Strategie und System. Es bleibt ein taktisch hochinteressantes Spiel, möglicherweise gar eins der interessantesten die der österreichische Fußball in den letzten Jahren gesehen hat. Und es bleibt – zumindest wenn man die „Pausenanalyse“ des ORF (in Co-Produktion mit Jedermann Darsteller Ofczarek, Anm.) und die mediale Berichterstattung nach dem Spiels hernimmt – der Eindruck, dass genau das eigentlich niemanden so recht interessiert. . .

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FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
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