Ein hochverdienter Punkt

Red Bull Salzburg schafft in letzter Minute mit einer Not-Elf gegen den Meister noch den 1:1-Ausgleich. Ein direkt verwandelter Freistoß von Roman Wallner sichert den "Bullen" das Remis....
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Sinnbild für das Spiel gegen Sturm Graz war Simon Cziommer. Völlig fertig und ausgepowert lag er nach dem Schlusspfiff am Boden. Kein Wunder. Spielte er doch, geschwächt vom im Team grassierenden Magen-Darm-Virus, 90 Minuten durch. Bei über 30 Grad in der Red-Bull-Arena.

© GEPA, Felix Roittner

Ricardo Moniz war wahrlich nicht zu beneiden. Musste er doch mit Lindgren, Schwegler, Ulmer, Svento (Virus), Douglas, Mendes, Zarate (verletzt) und Alan (gesperrt) fast eine gesamte Startelf vorgeben. Dazu waren Walke, Leitgeb und Hierländer noch geschwächt von der Erkrankung. Bei ihnen reichte es nicht für volle 90 Minuten. Mit Simon Cziommer konnte ein einziger der acht „Virus-Kranken“ von Beginn an spielen. Sein Bundesliga-Debüt gab der erst 17-jährige Stefan Savic, rechts im Mittelfeld.

Generell war die Aufstellung wohl ein Unikum:

Gustafsson
Schiemer – Sekagya – Chema Anton – Jefferson
Savic – Offenbacher – Cziommer
Leonardo – Wallner – Jantscher

Schleppender Beginn

Die Partie begann sehr schleppend. Einzig Roman Kienast hatte in der vierten Minute die Führung für Sturm auf dem Fuß, seinen Schuss konnte Eddie Gustafsson jedoch ohne größere Probleme abwehren.

Man merkte den „Bullen“ an, dass da keine eingespielte Truppe am Spielfeld stand. Verständlich, dass sich die Mannschaft im Spielaufbau schwer tat. Die einzige Torgelegenheit in Halbzeit eins hatte Simon Cziommer mit einem Distanzschuss aus knapp 20 Metern. Der Ball strich jedoch knapp über die Querlatte.

Die größte Chance in der ersten Hälfte hatte Patrick Wolf nach einem Steilpass von Andreas Hölzl. Aus kurzer Distanz vergab er jedoch kläglich vor Goalie Gustafsson, schoss drei Meter neben das Tor.

Mit 0:0 ging es in die Kabine, Halbzeit zwei sollte ungleich dramatischer werden als der erste Durchgang. Moniz wechselte, brachte Leitgeb für den bemühten aber glücklosen Savic.

Elfmeter bringt Sturm in Front

Das Elferfoul | © GEPA, Felix Roittner

Das Spiel war keine fünf Minuten alt, als Hölzl mit einem Lochpass auf Roman Kienast für Gefahr im „Bullen“-Strafraum sorgte. Sekagya konnte den Stürmer nur mehr mit einem Foul von hinten stoppen, Schiri Einwaller pfiff korrekter Weise Strafstoß. Zudem gab’s Gelb für Sekagya – da hatten wir Glück. Seke war letzter Mann und verhinderte mit seinem Foul eine klare Torchance. Dafür gab’s schon mal Rot.

Roman Kienast ließ Eddie Gustafsson beim Elfmeter keine Chance und verwandelte sicher. Der erste Elfmeter-Gegentreffer unseres Kapitäns in der Bundesliga – und dass beim sechsten Penalty auf seinen Kasten. Riesige Bilanz!

Roman Wallner hatte nach Zuspiel von Leonardo die Chance auf den Ausgleich, traf aus spitzem Winkel jedoch nur das Außennetz. Moniz wechselte Teigl und Hinteregger für Offenbacher und Chema Anton ein.

Sturm zog sich, mit der Führung im Rücken, immer mehr in die eigene Hälfte zurück. Salzburg konnte daraus zunächst nur wenig Kapital schlagen. Die nächste gefährliche Situation entstand erst in der 79. Minute. Cziommer setzte den Ball, nach Zuspiel von Georg Teigl, aus gut 20 Metern knapp neben die linke Stange.

Der eingewechselte Mario Haas setzte das negative Highlight des Spiels mit einem rüden Foul an Jefferson, für das er zurecht die rote Karte sah.

Freistoßtor von Wallner in (Vor-)letzter Minute

Kurz vor Schluss wurde Jefferson am Strafraum der Grazer von Säumel von den Beinen geholt, der Brasilianer musste einige böse Attacken einstecken. Die Freistoßvariante besprach Kapitän Eddie Gustafsson gemeinsam mit Cziommer, Jantscher und Wallner.

Jubel nach dem späten Ausgleich | © GEPA, Hans Simonlehner

Eine breite Menschenmauer baute sich im Strafraum vor dem Ball auf, sodass Cziommer den Freistoß kurz auf Jantscher abspielte, der legte für Wallner auf. Diese Variante irritierte die Sturm-Spieler in der Mauer, sodass ein kleines Loch frei wurde. Durch welches Roman Wallner exakt durchtraf und zum 1:1 einschoss.

Die Freude über diesen Treffer war allen im Team anzusehen. Was mussten sie doch in den letzten Tagen für Rückschläge hinnehmen. Da wirkt ein solch später Ausgleich wie Balsam.

Das Spiel endete schließlich auch mit diesem 1:1.

Volle Konzentration auf Nikosia

Natürlich hat man dieses Spiel nicht gewonnen, aber man kann mit diesem Punkt unter den gegebenen Voraussetzungen und Schwierigkeiten wohl gut leben. Für Ricardo Moniz gilt es in den nächsten Tagen, alle Kräfte zu mobilisieren und die „Virus-Opfer“ möglichst wieder an die optimale Leistungsstärke heranzuführen. Christian Schwegler meinte im Interview, dass er am Donnerstag einsatzbereit sei. Auch einen Dusan Svento oder Rasmus Lindgren in Topform wird man für die „Mission Gruppenphase“ benötigen. Im Playoff-Rückspiel gegen Omonia Nikosia steht vieles auf dem Spiel. Es wird heiß hergehen. Nicht nur, weil am Donnerstag Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke vorhergesagt sind.

 

Zahlen, Daten, Fakten, Stimmen

Bundesliga, 5. Spieltag
FC Red Bull Salzburg – Puntigamer Sturm Graz  1:1 (0:0)
Red Bull Arena, 10.100 Zuschauer; Schiedsrichter: Einwaller

0:1 Kienast (50./Elfmeter)
1:1 Wallner (89.)

FC Red Bull Salzburg: Gustafsson – Schiemer, Sekagya, Chema Anton (62. Hinteregger), Jefferson – Savic (46. Leitgeb) Offenbacher (56. Teigl), Cziommer – Leonardo, Wallner, Jantscher

Puntigamer Sturm Graz: Gratzei – Standfest, Dudic, Burgstaller, Popkhadze – WeberWolf (67. Ehrenreich), Bodul (59. Säumel), Bukva, Hölzl – Kienast (70. Haas)

Ricardo Moniz:
„Nach allem, was passiert ist, bin ich extrem glücklich über den Punkt. Wir haben leider zu spät angefangen daran zu glauben, dass alles möglich ist. Alle müssen hundert Prozent geben und Leidenschaft zeigen. Und das hat mir heute phasenweise gefehlt.“

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FC Red Bull Salzburg
Christoph Lumetzberger

Christoph Lumetzberger ist Red Bull Salzburg Fan durch und durch. Tolle Spiele, schöne Tore und emotionale Momente mit seinem Lieblingsteam ziehen ihn immer wieder ins schönste Stadion Österreichs, die Red Bull Arena. Über diese Website: "SALZBURG12.at ist ein tolles Projekt hinter dem ich zu 100% stehe!"
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