Bundesliga: Die Narren sind los!

Die Bundesliga hat noch nicht einmal begonnen, doch wartet sie bereits mit der ersten Lächerlichkeit auf - der Spielplan-Auslosung!...
Vorhang auf - es ist wieder Bundesliga!
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Vorhang auf - es ist wieder Bundesliga!

Die Bundesliga hat bereits die erste Lächerlichkeit der Saison.

Wie in den letzten Wochen in sämtlichen Medien zu hören und zu lesen war, fasste Rapid Wien nach den unfassbaren Vorfällen im Derby am vorletzten Spieltag der letzten Saison zwei Geisterspiele zum Saisonstart aus. Es geht aber jetzt nicht darum, ob die Strafe gerecht ist oder nicht. Sondern um die am Freitag vorgenommene Auslosung des neuen Bundesliga-Spielplans. In welchem Rapid am ersten Spieltag gegen die Admira und am dritten gegen Ried die beiden Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Hanappi-Stadion austragen wird. Noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen, so dürfte wohl der allgemeine Tenor in Hütteldorf lauten. Man hätte ja auch Kaliber wie Salzburg oder Sturm zu Hause haben können. Dies ganz ohne den Support der Fans – ein gewaltiger Nachteil!

Allerdings dürften bei diesem „blauen Auge“ wohl noch andere Kräfte ihre Hände im Spiel gehabt haben als nur Glücksgöttin Fortuna.

Wirft man einen Blick auf den in vier Quartale unterteilten Spielplan, wird 2011/12 viermal das selbe Schema durchgespielt. Es fallen sogar die sonst üblichen „Doppelrunden“ weg. Salzburg spielt beispielsweise an jedem ersten Spieltag der vier Viertel gegen die Austria. Abwechselnd zu Hause und auswärts.

Genau so findet in jedem Durchgang das Wiener Derby am dritten Spieltag statt. Außer im ersten Viertel. Dem Viertel, in dem Rapid die ersten beiden Spiele vor leeren Rängen austragen muss. Programmgemäß wären dies also Geisterspiele gegen die Admira und gegen die Austria gewesen.

Wären gewesen. Denn die Bundesliga hat hierbei kräftig die Finger im Spiel.

Eine Annahme von mir? Mitnichten! Bundesliga-Vorstand Georg Pangl hat gegenüber 90minuten.at sogar gänzlich ungeniert zugegeben, „aufgrund der größeren logistischen Anforderungen bei einem Spiel im Happel-Stadion (Heim-Derbys von Rapid werden künftig im Happel-Stadion ausgetragen / Anm. d. Red.) wurde ein späterer Derby-Termin im ersten Durchgang angestrebt. Das betrifft die gesamte Spielvorbereitung – inklusive der Sicherheitsvorkehrungen.“

Diese Argumente kommen wohlgemerkt vom Vorstandschef der Bundesliga. Und sind an Lächerlichkeit wohl nur schwer zu überbieten. Vom heutigen Tag an hätte man bis zum ursprünglichen Derbytermin am 30. Juli fünf Wochen Zeit. Fünf Wochen für ein Spiel gänzlich ohne Zuschauer. Wofür sollen bitte immense Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden? Im Stadion werden diese wohl kaum nötig sein. Und im Umfeld des Stadions sollte diese Situation wohl auch in fünf Wochen zu lösen sein. Schließlich blieben nach Rapid’s Aufstieg in die Europa League 2009 gegen Aston Villa exakt drei Wochen Zeit, um ein Spiel vor 50.000 Zuschauern gegen den HSV zu organisieren. Die Bundesliga hat dagegen Bedenken, ein Derby vor leeren Rängen innerhalb eines Monats problemlos vorzubereiten. Peinlich!

Es wirkt wahrlich wie eine Farce, wenn mit solchen halbgaren Argumenten die Affinität der Bundesliga zum österreichischen Rekordmeister vertuscht werden soll. Dies schürt außerhalb Hütteldorfs nämlich viele Gerüchte, Missgunst und sensibilisiert sämtliche Bundesliga- und Rapid-Kritiker, die so künftig hinter jeder kleinsten Ungereimtheit erneut die große Verschwörung vermuten.

Welche ich persönlich nicht ohne weiteres vermute. Dazu fehlt mir vermutlich die gewisse Portion an „Frechheit“, die es für solche Gedankengänge benötigt. Die Frage ist lediglich, ob diese „Frechheit“ bei den Leuten vorhanden ist, die für die Erstellung des Spielplans zuständig sind.

Zur Auslosung sollte man noch wissen, dass diese von einem Computer vorgenommen wird, welcher zuvor mit diversen „Voraussetzungen“ gefüttert wird. Wann ein Verein an bestimmten Tagen das eigene Stadion nicht zur Verfügung hat, sei es durch eine Baustelle, einem Konzert oder ähnlichem. Außerdem sollte jeweils nur ein Wiener Verein an einem Spieltag zu Hause spielen. Anhand solchen Gesichtspunkten entsteht ein vollwertiger Spielplan. Nach Fertigstellung mussten darin Spieltag drei und fünf ganz einfach „Platz tauschen“.

Anstatt diesen Spielplan durch aktiven Eingriff „zurechtzulegen“, sei es jetzt Rapid-Präferenz oder die (für die Bundesliga immens wichtige) Vermarktung eines Derbys vor vollen Rängen im Happel-Stadion, hätte man besser auf einige andere wichtige Punkte acht geben können.

  • Etwa der Tatsache, dass an eben jenem fünften Spieltag nicht nur das Wiener Derby, sondern auch das Duell der beiden letzten Meister, Salzburg und Sturm Graz, über die Bühne geht. Dies ist vor allem für den neutralen Durchschnitts-Fußball-Fan, der ohne Sky-Abo auf das ORF-Spiel am Sonntag angewiesen ist, ärgerlich. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass an allen vier Spieltagen die Zelte des österreichischen Rundfunks in der Bundeshauptstadt aufgeschlagen werden.
  • Weiters ist es äußerst unglücklich, dass der (eigentlich dritte) Spieltag mit Salzburg-Sturm und dem Derby zwischen dem Hin- und Rückspiel im Europacup-Play-Off angesetzt wurde. In welchem hoffentlich Salzburg, Sturm und die Austria noch für Österreich um UEFA-Punkte und den Aufstieg kämpfen. Das einzige Team der Top-4 welches definitiv keine anstrengende Auswärts-Reise in Europa erwartet ist der Vorjahres-Fünfte Rapid.
  • Zu guter Letzt hätte es durchaus eine erzieherische Maßnahme, wenn ein Wiener Derby – eben jenes Spiel, welches den ganzen Skandal erst auslöste – ohne Zuschauer auf den Rängen ausgetragen werden würde. Einige dieser „Narren“ würden sich einen erneuten Platzsturm nach schwachen Leistungen ihrer Mannschaft wohl zweimal überlegen.

Leider werden diese Entscheidungen in den großen Boulevard-Medien totgeschwiegen, sodass dieses Thema nie „öffentliches Thema“ werden wird. Die Bundesliga hat somit wieder bewiesen, schalten und walten zu können wie sie es für richtig hält. Und schwächt somit die Bestrafung für Rapid soweit ab, dass diese als „nochmal Glück gehabt“ bei den Fans empfunden wird.

Erzieherischer Aspekt ist dies aus meiner Sicht definitiv keiner!

/cl

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Die 3. Halbzeit
Christoph Lumetzberger

Christoph Lumetzberger ist Red Bull Salzburg Fan durch und durch. Tolle Spiele, schöne Tore und emotionale Momente mit seinem Lieblingsteam ziehen ihn immer wieder ins schönste Stadion Österreichs, die Red Bull Arena. Über diese Website: "SALZBURG12.at ist ein tolles Projekt hinter dem ich zu 100% stehe!"
6 Anzahl der Kommentare
  • Markus Labschütz
    7 Juli 2011 at 0:44
    Leave a Reply

    toller bericht! könnte sich so manche „unabhängige“ Tageszeitung eine scheibe abschneiden 😉

  • Thomas
    26 Juni 2011 at 17:00
    Leave a Reply

    Wieder ein sehr guter Artikel!! Die mit Abstand beste Seite für einen Salzburg Fan wie mich

    • Marijan Kelava
      27 Juni 2011 at 16:17
      Leave a Reply

      danke lieber thomas 🙂

  • Helmut Schweiger
    25 Juni 2011 at 11:59
    Leave a Reply

    typisch wien, scheiß orf ,scheiß pangl trotzdem wird wieder kein wiener clup meister

  • Marijan Kelava
    25 Juni 2011 at 10:50
    Leave a Reply

    sensationeller artikel; danke christoph.

    es ist unfassbar wie man hier in österreich vorgeht. einfach lächerlich. kein wunder, dass uns fußballeuropa auslacht und nicht ernst nimmt.

    • Fickdeine
      25 Juni 2011 at 11:07
      Leave a Reply

      Ganz genau fussballeuropa lacht euch aus du sagst es!

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