Die Rückkehr in den Titelkampf

SK Rapid Wien gegen FC Red Bull Salzburg – dieses Duell verspricht immer eine gewisse Brisanz....
Die Rückkehr in den Titelkampf
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SK Rapid Wien gegen FC Red Bull Salzburg – dieses Duell verspricht immer eine gewisse Brisanz, ganz besonders, wenn die Ausgangslage vor dem Spiel so klar definiert ist wie dieses Mal: 1 Punkt Unterschied in der Tabelle, der Sieger der Partie ist wieder mittendrin im Titelrennen, und der Verlierer darf sich aus diesem wohl verabschieden. Es war also alles angerichtet für einen tollen Fußballschlager am Staatsfeiertag im ausverkauften Wiener Hanappi-Stadion.

Die Aufstellung der Salzburger brachte wieder einige Veränderungen und Überraschungen mit sich, unter anderem musste Torhüter Gerry Tremmel den verletzten Eddie Gustafsson ersetzen, Stefan Hierländer lief als rechter Verteidiger auf und Ibrahim Sekagya spielte als „Abräumer“ im defensiven Mittelfeld. Hier aber die ganze Aufstellung:

Die Ersatzbank durften vorerst Heimann, Bodnar, Offenbacher, Jantscher, Teigl, Wallner und Boghossian besetzen.

Damit sind wir auch schon mitten drin im Spielgeschehen, das in der ersten Hälfte vor allem von Kampf und Fehlpässen geprägt war. Chancen hatten Seltenheitswert, erwähnenswert sind auf Salzburger Seite nur ein Leitgeb-Schuss (16.), ein Alan-Schuss (33.) nach schöner „Fersler“-Vorlage von Leitgeb und ein Kopfball von Dudic (36.).

Der Höhepunkt der ersten Hälfte war dann kurz vor dem Pausenpfiff eine „Schwalbe“ von Hofmann, der die Gelbe Karte dafür kassierte. Dudic war damit allerdings nicht ganz zufrieden und knöpfte sich Hofmann auch noch persönlich vor, was ihm ebenfalls die Gelbe Karte einbrachte und die Rapid-Fans in Rage versetzte.

Nach der Pause musste dann Dudic verletzungsbedingt ausgewechselt werden, für ihn kam Offenbacher ins Spiel. Rapid verstärkte dann den Druck und kam auch zu mehr Chancen, Salzburg ließ sich immer weiter hinten hineindrängen. Größte Chance auf Rapid-Seite war ein Fallrückzieher von Salihi, den aber Tremmel mit einer Glanzparade noch an die Latte abwehren konnte.

Dann waren es doch die Salzburger, die in Führung gingen. Nach einer schönen Kombination in der 66. Minute schoss Zarate wuchtig ins Rapid-Tor ein, es war übrigens die erste echte Torchance nach Seitenwechsel.

(c) FC Red Bull Salzburg / GEPA Pictures

Rapid machte daraufhin weiter das Spiel, doch Salzburg konnte nachsetzen: In der 73. Minute bediente Leitgeb mit einem wunderschönen Pass Zarate, dessen Schuss drückte Alan zum 2:0 über die Torlinie.

In der Folge zog sich Salzburg ganz zurück, beschränkte sich nur mehr auf die Defensivarbeit und wurde dafür auch bestraft. In Minute 84 konnte der eingewechselte Atdhe Nuhiu eine Flanke von Prokopic völlig freistehend einköpfen, Tremmel war ohne Chance.

Nach dem Anschlusstreffer hatte man als Salzburg-Fan schon so ein schlechtes Gefühl, gerade weil man sich der Zeitpunkte der bisherigen 4 Rapid-Gegentore in dieser Saison bewusst war (49., 71., 87., 93.) und man gerade wieder ein sehr spätes Gegentor kassiert hatte.

Und die Salzburger Mannschaft tat auch nicht so, als wolle sie gegen dieses schlechte Gefühl etwas unternehmen, indem sie eine Rapid-Chance nach der anderen zuließ, den Ball einfach nur mehr wegzuschlagen versuchte und zunehmend nervöser wurde.

Doch nach 4 Minuten Nachspielzeit, in denen so mancher Fan auch noch einmal um ein paar Jährchen gealtert war, gab es dann endlich den erlösenden Schlusspfiff von Schiedsrichter Robert Schörgenhofer, und der erste Sieg gegen Rapid Wien in der aktuellen Bundesliga-Saison war vollbracht.

Fazit: Rapid hatte phasenweise mehr vom Spiel (55% Ballbesitz) und auch die Mehrheit an Torschüssen (17:10), Salzburg stand diesmal in der Defensive jedoch sicherer als in den vergangenen Spielen und die Chancenauswertung in der Offensive war ebenfalls viel besser. Auffallend: Die vermeintlich technisch bessere Mannschaft Salzburg war in diesem Spiel das „aggressivere“ Team und machte fast doppelt so viele Fouls (21:11) wie Rapid, auch in der Wertung der Gelben Karten liegt man mit 5:4 voran.

Hier noch die Salzburg-Spieler in einer kurzen Einzelkritik mit Bewertung (nach Schulnotensystem):

Tremmel (1): War heute Mann des Spiels und hat alles gehalten, was es zu halten gab. Seine Glanzparade beim Fallrückzieher von Salihi war sensationell, beim Gegentor war er machtlos.

Hierländer (3): War zwar in der 1. Halbzeit zusammen mit Zarate in der Offensive etwas lästig, defensiv war er als rechter Verteidiger aber noch etwas überfordert, weshalb auch die meisten Rapid-Angriffe über seine Seite kamen. Für einen gelernten offensiven Mittelfeldspieler aber keine schlechte Leistung.

Dudic (2): Sehr solide Partie in der ersten Hälfte, stand sehr sicher in der Verteidigung. Seine Aktion bei der gelben Karte gegen Hofmann war allerdings unnötig.

Afolabi (2): Kaum aufgefallen, hat aber hinten zumeist alles ausgeputzt. Nach den zuletzt schwachen Spielen endlich wieder einmal ein ordentlicher Auftritt des Innenverteidigers.

Ulmer (2): Auch sehr starke Partie von Ulmer, der sich seinen Platz in der linken Verteidigung wieder zurückerkämpfen konnte. Defensiv verzweifelten die Rapidler oft an ihm, offensiv wäre noch mehr drin gewesen.

Sekagya (1): Die Überraschung und bester Salzburger Feldspieler des heutigen Tages. In der Rolle des „Abräumers“ vor der Abwehr fühlte er sich sichtlich wohl, zeigte viel Übersicht im Spielaufbau und konnte viele Aktionen der Rapidler verhindern. Ein wirklich guter Ersatz für den verletzten Mendes.

Cziommer (4): Das war nicht die Partie des Deutschen, als einziger Salzburger fand er nie ins Spiel, machte viele unnötige Fehler und gab Rapid dadurch einige Chancen auf gute Aktionen. Im Spiel nach Vorne war er bis auf einige schwache Weitschüsse unauffällig.

Zarate (1): War vor allem in der ersten Halbzeit extrem aktiv und hat oft 2 oder mehr Rapid-Verteidiger angezogen und beschäftigt. In der zweiten Halbzeit hat er dann durch einen starken Schuss Salzburg in Führung gebracht, auch das 2:0 geht zu einem Großteil auf seine Kappe. Er war eindeutig der beste Offensivspieler der Salzburger.

Leitgeb (2): Wird zunehmend sicherer und schön langsam zum Spielmacher von Salzburg. Hat das 2:0 durch einen wunderbaren Pass vorbereitet und auch davor schon einige gute Aktionen gezeigt.

Svento (3): War heute relativ unauffällig, die Position des linken Verteidigers schien ihm in letzter Zeit besser gefallen zu haben.

Alan (2): In der ersten Halbzeit war er an einigen Aktionen beteiligt und oft präsent, jedoch hatte er noch Schwächen im Abschluss. In der zweiten Halbzeit war er dann unauffälliger, machte dann aber noch das Tor zum 2:0, auch wenn es hauptsächlich auf das Konto von Zarate und Leitgeb geht.

Offenbacher (3): Fand nach seiner Einwechslung nur schwer ins Spiel und wusste sich anfangs nur durch Fouls zu helfen. Wurde dann aber besser, kein schlechtes Spiel für seine Verhältnisse.

Teigl (0): Zu kurz eingesetzt.

Boghossian (0): Zu kurz eingesetzt.

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FC Red Bull Salzburg
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
Ein Kommentar
  • Christoph Lumetzberg
    2 Mai 2011 at 20:30
    Leave a Reply

    Super Artikel, Bernhard!
    Überhaupt hab ich seit gestern Abend, so ca. 18:00 Uhr, ein Grinsen auf dem Gesicht… 😀

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