Wer „intrigiert“ denn da?

Wären wir eine großformatige Zeitung mit dicken Buchstaben, würde da jetzt stehen "Red Bull Salzburgs Fanszene wird unterwandert!"...
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In der Kategorie „3. Halbzeit“ setzen wir uns mit kritischen Themen aller Art auseinander. Als quasi „Premiere“ gibt es heute gleich eine Story, bei der wir wissen, dass sie für eine gewissen Aufregung – wo auch immer – sorgen wird. Wären wir eine großformatige Zeitung mit dicken Buchstaben, würde da jetzt stehen

„Red Bull Salzburgs Fanszene wird unterwandert!“

sind wir aber nicht, deswegen beschränken wir uns auch die oben gewählte Headline. Und das Bild des Artikels ist – als Synonym für’s „Zündeln“ – bewusst gewählt. Vorausgeschickt sei, dass ich hier keine Namen nennen werde – würde erstens nichts bringen und zweitens am Ziel vorbeigehen.

Ich bin seit langer Zeit in einschlägigen Foren und Social Media Webseiten unterwegs. Nicht nur in Sachen Fußball, aber hier geht’s ja schließlich nur darum. Und um den FC Red Bull Salzburg. Und seit vielen Wochen beobachte ich genau, wenn irgendwo in den vielen Seiten des Webs etwas Negatives über die Salzburger auftaucht.

Mit diesem Artikel sind jetzt nicht die zahlreichen Fans anderer Vereine angesprochen, die sich auf mehr oder minder intelligente Weise mit den Mozartstädtern auseinander setzen. „Dosenklub“- oder „Bullenschweine“-Rufer lassen wir mal ganz ausser acht.

Es ist eher spannend zu beobachten, dass sich einerseits Medien – egal ob Print oder Online – teilweise „herablassen“ und Unwahrheiten verbreiten. Gut, dass ist man gewohnt, kann es teilweise „verstehen“, wenn sich man sich die Sportberichterstattung genauer anschaut. Diese Medien haben gewisse Vorbehalte den Salzburgern gegenüber oder einen „Fable“ für andere Mannschaften. Das ist aber auch nicht das Thema.

Das Thema sind mehr Individuen, die zum Teil wenig intelligent, in Sozialen Medien unterwegs sind, und dort sticheln, nur negativ kommentieren oder sogar „Fan-Seiten“ aufmachen, die für Anhänger eines „Umbruchs“ werben sollen.

Ein aktuelles Beispiel fand ich am Montag auf Facebook. Da gründete sich eine Gruppe namens „Stevens und Beiersdorfer raus!„. Nachdem ich gerade auf diesem Medium sehr viel unterwegs bin, flatterte auch bald einmal eine Einladung zum Beitritt herein. Einige der Mitglieder dort kannte ich und konnte sie zuordnen. Einfach unzufriedene Leute, aber harmlos. Aber andere wiederum – mit wenig Fähigkeiten zur Anonymisierung ihres Profils ausgestattet – waren von ganz anderen Fraktionen. Da fand ich Rapid-, Sturm-, Wacker Innsbruck- und (no na) ein paar Austria Salzburg (neu) Anhänger. „Spannend“ dachte ich und zögerte nicht ein paar von ihnen via Nachricht darüber zu befragen. Und das ziemlich kritisch. Nach wenigen Stunden hatte ich wohl den Gründer der Gruppe erwischt. Die Antwort war dementsprechend „pampig“ und ein halbstündiger „Facebook-Nachrichten-Dialog“ begann. Irgendwann muss es ihm „gereicht“ haben (ich kann ganz schön penetrant sein). Dienstag Vormittag war die Gruppe verschwunden. Schade eigentlich, denn dort fand ich auch einen (semiprofessionellen) Sportjournalisten, dessen Antwort auf meine Nachricht noch aussteht.

Auch auf der „Fan-Seite“ des FC Red Bull Salzburg passieren solche Dinge. Über 33.000 Leute haben angegeben dort „Fan“ zu sein. Bei einigen (vielen) bin ich mir nicht sicher, dass sie dort hingehören. Ich hab ja auch kein „gefällt mir“ bei Rapid & Co. geklickt – wäre eine astreine Lüge. Und dennoch findet man bei besonders „brisanten“ Themen genug Leute, die weit weg davon sind, Fan der Salzburger zu sein und (wieder auf Grund der schlecht gewählten Profileinstellungen) ganz andere Lieblingsvereine angegeben haben – Österreichische Vereine in der gleichen Liga sind hier gemeint.

Profil eines "Salzburg-Fans"?

Profil eines „Salzburg-Fans“?

Ein weiteres Beispiel war die „Causa Vittek„. Als bekannt wurde, dass es eine Minute war, die u.U. den Transfer verhindert, waren gleich einige Beiträge da, die dem Verein und Vereinsverantwortlichen „Unvermögen“ vorwarfen. Auch wenn schnell klar wurde, dass es der türkische Verein war, der technische Probleme hatte. Und wieder waren einige Leute dabei, deren Lieblingsmannschaft eine ganz andere war.

Auch „nett“ zu beobachten ist, wenn echte „Fans“ zum Zusammenhalt, Stadionbesuch – summa summarum zur „Motivation“ – Beiträge absetzen und dann gnadenlos bombardiert werden. Tatzeit meistens Abends, wenn die Red Bull Mitarbeiter ihren wohlverdienten Feierabend genießen. Die Täter sind abermals oft Fans anderer Mannschaften.

Bei einer anderen Fan-Seite auf Facebook – im Beispiel Rapid Wien – geht’s auch „zu“. Hier äußern sich aber zu 99% echte Rapid Anhänger. Natürlich wird hier auch kritisiert – das sei ja unbenommen – aber von eigenen Leuten! Das fehlende 1% ordne ich den FAK-Fans zu. Das ist aber eine „Wiener Story“ – man mag sich einfach nicht, was ja zum Fußball gehört, wie die Butter auf’s Brot – € 1,– in’s Phrasenschwein.

Viele Leute klicken bei den Salzburgern schnell „gefällt mir“, klopfen dann schnell Hasstiraden rein und verabschieden sich wieder von der Seite. Nicht intelligent, aber bitte. Diese Beiträge haben zumeist ohnedies keine besonders lange Haltbarkeitsdauer. Doch bei oben genannten Beispielen (und da gibt’s mehrere) frag ich mich – im Stile von Boulevardblättern:

Warum wird die Red Bull-Seite unterwandert?

Ist es der blanke „Hass“ auf den Gegner? Dummheit? Die Fraktion „Gegen modernen Fußball?“ Oder steckt da „mehr“ dahinter? Nein, ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Doch es wirklich spannend zu sehen, dass so etwas primär auf der Seite der Salzburger passiert – nicht das „normale“ Bashing, mit dem die Salzburger leben (müssen), seit dem der Getränkekonzern eingestiegen ist.

Eine These wäre „Zufall“. Salzburg ist bei den Fans anderer Mannschaften nicht wirklich populär, seine Fans ebenso nicht. Reicht das für oben genannte Vorgehensweise aus?

Die andere These wäre „pure Absicht“. Auch wenn ich gerne für meine (Zitat – aber nicht von mir) „übertriebene Präsenz in sozialen Netzwerken“ belächelt werde, könnte dahinter auch eine Art „Strategie“ stecken. Nach dem Einstieg von Red Bull ins Fußballgeschehen – und auch heute noch – ist die Salzburger Fanszene gespalten. Das ist Fakt. Der Bundesliga-Verein musste de facto eine neue „Kurve“ aufbauen und tut das heute noch. Und da ich auch Obmann eines Fansclubs bin, möchte ich anmerken: sie stecken viel Energie hinein, tun ihr möglichstes und sind auch immer gesprächsbereit. Doch irgendwie wird hier immer „Wirbel“ hineingebracht, zumeist von aussen, was aber nicht für jedermann erkennbar ist, weil er nicht recherchiert. Ist ja auch keine Grundvoraussetzung. Also Strategie?

Was ist eure Meinung zu dem Thema? Wieviele von den über 30.000 Fans sind „echte“ Fans? Wieviele sind nur zum Unruhe stiften dort? Steckt hier Absicht dahinter oder ist das nur Zufall?

Aber bitte bleibt sachlich, das soll eine „sauber geführte“ Diskussion werden. Alles „unsaubere“ werden wir ohnedies entfernen…

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Die 3. Halbzeit
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
4 Anzahl der Kommentare
  • Lukas Winkler
    23 April 2011 at 13:04
    Leave a Reply

    Wenn der Verein ein bisschen violetter werden würde, wäre vlt. wenigstens der Streit zwischen den EIGENEN Fans etwas geschlichtet und man könnte sich auf die gegnerischen Fans konzentrieren. Noch dazu würden viele Austria Salzburg neu Fans zu uns zurückkommen (weiß ich von einigen Leuten die ich persönlich kenne)!

    Doch solche Dinge, wie oben genannt sind, gehören meinermeinug einfach dazu.
    Wir Salzburger sind durch die Übernahme von Red Bull sowieso speziell gefährdet und in ganz Österreich gehasst, verdammt, vergöttert (wie es auf den Mythos Salzburg Schals steht). Und dass einige Rapid und Austria SBG Fans nicht gerade die Hellsten im Kopf sind, wissen wir ja auch alle!

    Und @Thompson: Auf Facebook gibt es bereits eine derartige Iniziative: "Gegen die totale Verbullung".
    Wäre schön wenn diesbezüglich auch ein bisschen gearbeitet bzw verhandelt und diskutiert wird…

    Aber was soll man gemeinsam schon großartig machen können wenn einerseits der Verein den wahrscheinlich größten FC, Salzburger Patriots ausschließt und gleichzeitig so gut wie NULL mit den Fans arbeitet… Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, dem Vorstand wäre die Südkurve scheiß egal. Hauptsache die Familien Kurve geht gut voran und ist immer gut besucht?!
    Und der Streit zwischen den Fanklub EIN UND DERSELBEN Mannschaft ist meines Erachtens sowas von SINNLOS!!!

    Ich persönlich wäre eig schon mit violetten Streifen bei den Fanartikeln, mit einem violett geschriebenen "SALZBURG" in unserem Wappen und violetten "Stuzen" zufrieden. Natürlich wäre ich mit den Vereinfarben rot und violett auch nicht gerade unglücklich ;D

    FORZA ROT-WEISS-VIOLETT FC SALZBURG

  • thompson
    23 Februar 2011 at 17:22
    Leave a Reply

    Ich glaube das Problem liegt darin das die Vereinsführung viel zu wenig auf die Vergangenheit eingeht. Man sollte klar sagen: sind wir ein komplett neuer verein(rot-blau)? oder sind wir nicht nur laut Papier der Nachfolgeverein der Salzburger Mannschaft die vor Jahren soviele Herzen erobert hat? Mir persönlich wäre die 2.Variante natürlich um einiges lieber!! Ein 1933 ins Vereinswappen einbauen oder viollette Farbelemente im Fanshop wären schon mal eine tollen sache!! Mit violletten away dressen würde man glaub ich viele Fans zurückholen können.(Dann würden sich AS neu Fans wahrscheinlich ziemlich dumm vorkommen) Ob blau oder viollett müsste red bull doch egal sein. Wäre geil eine Initiative diesbezüglich zu starten und schaun wie es bei Verein ankommt!!
    Zum Thema des Bullen Bashings: Die oben geschriebene Problematik bietet sicher eine Angriffsfläche aber großteils ist es glaub ich der Neid auf den Budget-Krösus!!

  • Christian Werth
    22 Februar 2011 at 13:06
    Leave a Reply

    gut, man wird in der RBS-Fanszene wohl mehrere Leute finden die sich für diverse andere Vereine interessieren, davon gehe ich mal aus, hat wohl auch mit der Entstehungsgeschichte des Vereins zu tun.

    Ich interessiere mich zum Beispiel auch für einen KSV Superfund, weil ich einfach von der Philosophie begeistert bin. Trotzdem bin ich ein echter Bullen-Fan. Ich war früher natürlich Austria-Salzburg-Fan, anders als viele andere habe ich den Einstieg von Red Bull als Erlösung gesehen, denn jeder weiß was aus unserem Verein geworden wäre wenn kein Investor eingestiegen wäre (siehe GAK, Kärnten, Leoben, …).

    Und zum Thema Bullen-Bashing: Als Budget-Krösus wird man sicherlich immer ein gewisses Feindbild für die anderen Vereine sein, das ist nun mal so.

  • Pfotschi
    16 Februar 2011 at 22:58
    Leave a Reply

    Also…ich würde mich als echten "Bullen" bezeichnen. Ich habe auch schon mal was ins PRO Red Bulll gepostet (auf einer Fan Seite) und hatte duchaus positive Rückmeldungen! Bin aber auch ein Typ der wenn jemand auf der Fanpage "Bullenschweine" Postet schon mal mit "Neid ist die höchste Form der Anerkennnung" geantwortet…Ich denke dass 30000 "Fans" von Red Bull im Fb schon realistisch ist. Wir haben j auch schon mal richtig tolle Saisonen gespielt und Haben (hatten) mit Janko und Gustafson auch grosse Sympathieträger in der Mannschaft. Ich denke dadurch dass es zur Zeit einfach eine sehr schwierige Saison ist und die Ergebnisse und "auf dem Platz" zur Zeit nicht so stimmt vielleicht einige "Schönwetter Fans" ziemlich gefrustet sind und darum solchen Blödsinn Posten.

    Naja und meinj persönlicher umgan gmit den Austria Salzburg Fans ist a ganz a spezieller…ich sage ihnen dass Rudi Quehenberger den Verein gar nicht hätte Verkaufen MÜSSEN, und sie sollen mal das Managment von Austria Salzburg (bis 2005) mal Fragen wie man in 10 Jahren Schulden in Höhe von 7000000 (Millionen) Euro!!!!!!anhäufen kann…und dass der Verein wohl leider den selben Weg wie der GAK eingeschlagen hätte…
    gegen diese Argumente habe ich auch von den vielen normalen Austria Salzburg Fans noch nie a plausieble Antwort bekommn!!

    Gruß aus Saalfelden

    Markus

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